Besuch in der Wildpflanzen-Gärtnerei Strickler

Ein Bericht von Marco Kraft

Seit einigen Jahren gestalte ich meinen Garten naturnah.
Naturgärten sind für mich Orte, an denen man die Natur beobachten kann, viele Tiere einen Lebensraum finden können und sowohl der Mensch als auch die Natur davon profitieren. Ein Ort, an dem man träumen kann, der einen im wahrsten Sinne des Wortes erdet. Solche Orte sind wichtig in der heutigen Welt, in der alles schnelllebig und hektisch ist.

Das wichtigste Element im Naturgarten sind natürlich heimische Wildpflanzen.

Doch wo bekomme ich die her? Und das am besten noch in Bio-Qualität ?

Also hab ich mich mal auf den Weg gemacht und mir so eine Wildpflanzen-Gärtnerei genauer angeschaut, ich wollte einfach wissen wie es dort aussieht, wie dort gearbeitet wird und wo meine Pflanzen herkommen, die ich bisher bequem mit der Post zugeschickt bekommen habe.

Das Areal der Gärtnerei Strickler, das ich besucht habe, ist mit seinen vielen natürlichen Strukturen naturnah gestaltet. Trockenmauern, schöne Totholzecken und heimische Hecken die Unterschlupf und Lebensraum für vielerlei Nützlinge bieten. Ein kleiner Bach schlängelt sich durch das Gelände. Um diese Jahreszeit kann man nur erahnen wie es hier im Sommer blüht, die Schmetterlinge flattern und die Wildbienen hier Lebensraum finden.

 

Wildpflanzen-Gärtnereien sind rar gesät in Deutschland, die Gärtnerei Strickler ist eine davon und darf sich „Fachbetrieb für Naturnahes Grün – empfohlen von Bioland“ nennen.
Nach strengen Standards wird hier ökologisch gearbeitet.

  • „Unkraut“ wird von Hand gejätet
  • Lückenlose Herkunftsnachweise für mindestens 70% der angebotenen Wildpflanzen und Wildsamen
  • Keine Verwendung von gentechnisch verändertem Saat- und Pflanzgut
  • Vermehrung der Pflanzen unter Berücksichtigung und Erhalt der genetischen Vielfalt
  • Verwendung torffreier bzw. torfreduzierten Substraten – konventionelle Gärtnereien verwenden Substrate aus 100% Torf. Torf ist ein endlicher Rohstoff, der irgendwann
    zur Neige gehen wird. Vor allem werden durch den Torfabbau wichtige
    Lebensräume/Moore zerstört und viel CO² freigesetzt, was natürlich auch
    für die Klimaerwärmung verantwortlich ist.
  • Verwendung von Pflanzenbehandlungsmitteln, Düngern und Bodenverbesserungsmitteln entsprechend den aktuellen Bioland- Positivlisten
  • Verwendung von ausschließlich mitteleuropäischen Holzarten (z. B. Lärche, Eiche, Buche, Robinie, Douglasie, Edelkastanie) – keine Verwendung von Tropenhölzern
  • umweltschonende Biostandards werden im gesamten Betrieb verlangt, z.B. Kompostierung, Bodenverbesserung, Düngung, Pflanzenbehandlungsmittel, Verpackung, Wasser und Energieverbrauch

    Das sind viele Argumente warum ich aus Überzeugung dort robuste Pflanzen kaufe, die ein Großteil meines Gartens schmücken.
    Was nicht heißt dass ich mich nicht gelegentlich dazu hinreißen lasse, bei der örtlichen Baumschule das ein oder andere zuzukaufen um den regionalen Handel zu unterstützen.

    Es hat viel Spaß gemacht in Alzey. Wer seinen Garten naturnah gestalten möchte, dem kann ich einen Besuch in dieser Gärtnerei nur ans Herz legen – im Sommer bestimmt noch schöner als Anfang März.