Insektenkiste

Bläuling an Hornklee

Die Insekten haben einen schweren Stand, ausgeräumte Landschaften und immer weniger artenreiche Wiesen machen ihnen das Leben schwer.

Allen voran sind die Wildbienen bedroht, insbesondere diejenigen, die sich im Laufe von tausenden von Jahren an die heimischen Wildpflanzen angepasst haben und von genau diesen Pflanzen abhängig sind. Als wichtige Bestäuber von Obstbäumen und Wildpflanzen spielen sie im komplexen Ökosystem eine zentrale, tragende Rolle.

Wie jeder die Wildbienen und Schmetterlinge unterstützen kann, auch wenn kein eigener Garten zur Verfügung steht, zeigen wir im folgenden Artikel.

Getreu dem Motto „Jede Blüte und jeder Quadratmeter zählt“, haben wir eine ‚Insektenkiste‘ angefertigt und mit heimischen Wildstauden bepflanzt. Die Kiste kann man sich vors Haus oder auf den Balkon stellen und so einen kleinen aber wichtigen Trittstein für die Natur schaffen.

Wir haben eine Holzkiste verwendet, möglich ist auch eine ausrangierte Weinkiste oder ein ganz normaler Blumentopf in ausreichender Größe.

Schritt 1: Kiste mit Trennvlies oder Ähnlichem auskleiden, sodass die Erde nicht zwischen den Spalten herausrieselt. Das Vlies schützt auch das Holz von innen, für eine längere Lebenszeit.

Schritt 2: Die unterste Schicht besteht aus Blähton. Er ist leicht, kann Wasser speichern oder dient als Drainage.

Schritt 3: Ein Gemisch aus Bio-Universalerde oder Kräutererde oder Pflanzerde wird mit Steinen und Sand vermischt. Diese Mischung ist das ideale Substrat für die meisten Wildpflanzen im Topf. Je nachdem welche Ansprüche die Pflanzen haben, kann man das Mischungsverhältnis variieren.

Schritt 4: Den Wurzelballen aufrauen und die Pflanzen gut angießen. Steine oder Totholz geben dem Ganzen von Anfang an eine natürliche Struktur. Fertig ist ein Mini-Lebensraum für Wildbienen und Schmetterlinge.

Wir haben hier einen Bepflanzungsvorschlag für einen sonnigen Standort, zum Beispiel auf dem Balkon, mit eher magerem Substrat ausgewählt. Dieses besteht aus einem Gemisch aus Sand, Kies, Steinen & Blähton.

Zu den Pflanzen: Die Auswahl ist groß – theoretisch lassen sich alle Wildpflanzen im Topf kultivieren. Wir haben uns für diese hier entschieden:

1x Gewöhnlicher Hornklee
1 x Kartäusernelke
1x Zwergglockenblume
1 x frühblühender Thymian

Der Gewöhnliche Hornklee ist eine wichtige Futterpflanze für eine ganze Reihe von Schmetterlingsraupen. Unter anderem die Raupen des Hauhechel-Bläulings sind auf ihn angewiesen. Die Blüten bieten außerdem reichlich Nektar, an denen sich Schmetterlinge und Wildbienen gerne laben. Ein echter Dauerblüher, der von März bis Oktober hübsche gelbe Blüten bildet.

Eine ganze Reihe von Wildbienen haben sich auf die Gattung der Glockenblumen eingestellt, um damit ihre Brutröhren zu füllen. Die Zwergglockenblume bildet schöne Polster und blüht von Juni bis August in zartem blau.

Der Nektar ist tief unten verborgen und somit spricht die Kartäusernelke viele Schmetterlinge an. Von Dickkopffaltern bis zum Zitronenfalter finden sich viele Schmetterlingsarten an ihr zum Nektartrinken ein.

Der Frühblühende Thymian ist, wie die anderen Thymian-Arten, ein wohlriechendes, kleines Gehölz mit immergrünen Blättchen und einem schönen Blütenflor im Mai bis Juni, der bei Wildbienen, Hummeln & anderen Insekten sehr beliebt ist.

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Im zeitigen Frühjahr sollte man den Hornklee und die Zwergglockenblume bodennah zurückschneiden. Die Pflanzen sind alle winterhart, mehrjährig und an unser Klima angepasst.

Im Herbst könnte man noch ein paar Krokuszwiebeln dazu stecken, um sich im Frühjahr schon an ersten Blüten zu erfreuen.

Für weitere Informationen möchten wir euch noch ein tolles Buch zum Thema ‚Wildpflanzen im Topf‘ ans Herz legen: Dr. Reinhard Witt – Das Wildpflanzen Topfbuch (Info zum Buch). Am besten beim örtlichen Buchhandel bestellen und den lokalen Handel unterstützen.

Viel Spaß beim Ausprobieren!