Naschen auf dem Spaziergang – Knoblauchsrauke

Erneut stellen wir heute einen Kreuzblütler zum Naschen auf dem Spaziergang vor, also eine Pflanze mit vier Blütenblättern, deren Stoffe erst beim Kauen bzw. Zerstören der Zellen zur Geltung kommen. Sie heißt Knoblauchsrauke (Rauke wie Rucola), manche sagen auch Hederich. Finden kann man sie an Böschungen, Hecken- und Wegrändern und unter Bäumen. 

Sie zu bestimmen ist etwas anspruchsvoll, wie immer gilt: Nur, wenn man sicher ist, darf gegessen werden, denn: Im ersten Jahr hat sie eine Blattrosette wie auf folgendem Bild zu sehen – und die ähnelt Blättern anderer Pflanzen.

Knoblauchsrauke erkennt man daran, dass der Blattrand wellig ist, man kann sozusagen einen Faden darum legen, ohne dass Kerben oder Spitzen entstehen.  

Die Blätter können einfach mal so genascht werden, sie schmecken leicht nach Knoblauch und Kresse. Und es stecken wunderbar vielfältige Inhaltsstoffe drin: Senfölglykoside, Saponine, viel Vitamin A und C und Mineralien.

In ihrem zweiten Jahr blüht die Pflanze, weiß wie auf dem Bild hier:

Die Blätter werden spitz und die Pflanze wird bis zu etwa 60 cm hoch.

Und gerade jetzt, ab April bis Ende Mai kann man den Blütenkopf abknipsen und naschen, er ist ebenfalls sehr lecker. (Später ist das Grün dann leider nicht mehr so zart).

Ab Ende Mai kommen dann die Schoten dazu:

Sie werden ab Juli schwarz, springen sehr leicht auf, aber man kann sie auffangen. Sie sind der „deutsche Pfeffer“, denn die Samen sind kräftig und scharf.

Im Mittelalter hatte wohl jeder Garten die Knoblauchsrauke im Bestand, zum einen aufgrund der vielen Heilwirkungen durch die Inhaltsstoffe, zum andern weil es eine tolle Würzpflanze ist.

Wer gerne Kräuterflädle isst: ein paar Knoblauchsrauken klein geschnitten in den Pfannkuchenteig – wird perfekt!

Ganz wichtig: Esst nur, was ihr sicher bestimmen könnt! Die Verantwortung liegt bei euch.

Naschen auf dem Spaziergang – Gänseblümchen

Wenn du mit einem Fuß auf 7 Gänseblümchen gleichzeitig trittst, dann ist Frühling. So heißt ein alter Spruch. 

Gänseblümchen kann man gut naschen von appetitlichen Plätzen, und zwar die, die noch knospig sind oder erst ganz frisch geöffnet. Man sieht das am gelben Blütenboden, wenn dort die kleinen gelben Röhrenblütchen nur am äußeren Rand geöffnet sind und in der Mitte noch fest und geschlossen. 

Das Gänseblümchen war Heilpflanze des Jahres 2017, denn es hat wunderbare Wirk- und Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Vitamine A und C, Mineralien K, Ca, Mg, Fe, sowie Gerbstoffe, Schleimstoffe, Saponine, Bitterstoffe und Inulin. Deshalb war es in der Volksmedizin früher gebräuchlich gegen Hauterkrankungen, Husten und zum Anregen des Stoffwechsels. 

Geschmacklich erinnert es ein bisschen an den haarigen Feldsalat. Einfach ein paar Gänseblümchen naschen – das tut immer gut!

Ganz wichtig: Esst nur, was ihr sicher bestimmen könnt! Die Verantwortung liegt bei euch.

Naschen auf dem Spaziergang – Wiesenschaumkraut

Hell lila blüht das Wiesenschaumkraut gerade bei uns auf . Die zarte Pflanze ist oft auf (Streuobst)Wiesen zu finden. Momentan kann man die Blüten gut essen, denn jetzt sind sie noch weich und es hängen keine Schaumnestchen von Zikaden daran, von denen es den Namen hat. Sie schmecken leicht scharf und kräftig. Dazu den Stängel mit dem Finger abzwicken, sodass die Pflanze in den unteren Blattachsen weiter austreiben kann, und die Blüten am besten gleich essen. Wer sie mit nachhause nehmen möchte, kann sie gut in Salat, Quark oder Frischkäse mischen oder auf das Butterbrot streuen.

Wiesenschaumkraut ist ein Kreuzblütler, das heißt, es hat Senfölglykoside und jede Menge Vitamin C. Kreuzblütler ist die Familie, der Senf, Radies, Kresse und Rucola angehören. Immer ist es so, dass das Scharfe (Senfölglykosid) erst beim Zerkauen der Zellen frei wird (Rettich kann man abschlecken und er ist nicht scharf). Kreuzblütler-Blüten erkennt man an den vier Blütenblättern, die wie ein Kreuz angeordnet sind. Ein feines Kraut!

Ganz wichtig: Esst nur, was ihr sicher bestimmen könnt! Die Verantwortung liegt bei euch.

Naschen auf dem Spaziergang – Brombeerblätter

Gesammelt von der echten stacheligen Brombeere, die an vielen Böschungen wächst. Die Blätter sind bis Ende April zart und ohne Stacheln. Sie schmecken gleichzeitig ein bisschen nach Äpfeln, Beeren und Wald – ein unvergleichliches Aroma. Zu viele sollte man nicht essen, da die Blätter neben verschiedenen Mineralien viele Gerbstoffe enthalten. Gerbstoffe haben eine zusammenziehende antibakterielle Wirkung. Einfach der Pflanze danke sagen, Blätter so abzwicken, dass sie nicht beschädigt wird, und naschen.

Ganz wichtig: Esst nur, was ihr sicher bestimmen könnt! Die Verantwortung liegt bei euch.