Gelbbindige Furchenbiene (Halictus scabiosae)

Name: Gelbbindige Furchenbiene (Halictus scabiosae)
Datum: 9. Juni 2019
Fundort: Hortus lacerta agilis (Naturgarten Marbach)
Anzutreffen: April bis Oktober
Besonderheit: Wildbiene des Jahres 2018

Sehr interessant ist das Brutverhalten. Mehrere Weibchen überwintern gemeinsam im „Mutternest“, doch im Frühjahr legt nur eines davon Eier. Die anderen Weibchen helfen bei der Versorgung der Larven. Ehe aber die fertigen Bienen schlüpfen, werden die Hilfsarbeiterinnen vertrieben und gründen eigene Nester – die sie dann alleine versorgen. So ergeben sich mehrere Generationen im Jahr und man kann die hübschen Bienen in klimatisch begünstigten Gebieten von April bis Oktober antreffen.

Bei der Auswahl ihres Nistplatzes achtet diese Art besonders auf trockene und warme Standorte wie Sand- oder Lehmgruben und nistet wie die meisten Wildbienen im Boden. Sie ernährt sich von verschiedenen Korbblütern. Hier ist sie auf dem Wiesen-Pippau und der Scabiosen-Flockenblume gefunden worden.

Streifenwanze (Graphosoma lineatum)

Name: Streifenwanze (Graphosoma lineatum)
Datum: 9. Juni 2019
Fundort: König-Wilhelm-Platz
Anzutreffen: Mai bis Oktober

Wunderschön, giftig und für andere Tiere als Nahrung ungenießbar.

Die Streifenwanze findet man meist in sonnigwarmen Wiesen und Hängen. Leicht zu entdecken sind die auffällig gefärbten Tiere auf ihren Futterpflanzen wie z.B. Wilder Möhre und anderen Doldenblütern, dort saugt sie Pflanzensäfte ohne die Pflanzen zu schädigen. Die Gemeine Streifenwanze ist auf das Saugen von Pflanzensäften bei Doldenblütlern spezialisiert. Man kann sie von Mai bis Oktober entdecken.

Unser Tipp: Wilde Möhre, Schafgarbe und andere Doldenblütler im Garten einpflanzen.

Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea)

Name: Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea)
Fundort: Hortus lacerta agilis (Naturgarten Marbach)
Anzutreffen: April bis Oktober (je nach Temperatur auch früher oder später)
Datum: 4. Juni 2019

Beinahe exotisch wirkt die größte heimische Wildbienenart mit ihren blau schimmernden Flügeln. Mit lautem Schwirren macht sie sich bemerkbar. Angst muss man vor ihr allerdings keine haben. Da sie einzeln lebt und keinen Staat beschützen muss, ist sie äußerst friedlich.

Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, profitiert sie vom Klimawandel. Durch die Klimaerwärmung gelang den wärmeliebenden Insekten der Sprung über die Alpen aus dem mediterranen Raum. Seit etwa 15 Jahren erobert das Insekt immer mehr Gegenden in Deutschland.

Wie andere Wildbienenarten spielt sie aufgrund ihrer Bestäubungsleistung eine zentrale Rolle im Naturhaushalt. Holzbienen sind ausgezeichnete Flieger und verfügen über ein erstaunliches Orientierungsvermögen.
Die Holzbiene nagt in morsches besonntes Totholz ihre Brutröhren selbst. Ein guter Grund, Totholz in Gärten und Parks stehen zu lassen.
Sie bevorzugt vor allem großblütige Pflanzen zur Pollen- und Nektaraufnahme – besonders der Blasenstrauch und diverse Salbeiarten wie z. B. der Muskatellersalbei haben es ihr angetan.

Unser Tipp: Besonntes Totholz in den Garten integrieren, einen Blasenstrauch und Muskatellersalbei in den Garten pflanzen – mit hoher Wahrscheinlichkeit kommt man dann regelmäßig in den Genuss, diese Wildbiene aus nächster Nähe zu bewundern.

Blauschillernde Sandbiene (Andrena agilissima)

Name: Blauschillernde Sandbiene (Andrena agilissima)
Fundort: Hortus lacerta agilis ( Naturgarten in Marbach)
Datum: 4. Juni 19
Anzutreffen: Mai bis Juli
Besonderheit: Wildbiene des Jahres 2019

In unserer heutigen ‚ausgeräumten‘ Kulturlandschaft ist sie selten geworden. Dabei wird die Blauschillernde Sandbiene nach der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten als „gefährdet“ bis „stark gefährdet“ eingestuft.

Sie ist sehr flott unterwegs und überwintert als fertiges Insekt. Ab Mai kann man sie dann mit etwas Glück bis in den Juli hinein entdecken.

Der Lebensraum der Senf-Blauschillersandbiene ist eigentlich keiner, der in Deutschland nicht zu finden ist. Denn die Senf-Blauschillersandbiene kommt vor allem in Ackerbaugebieten vor, wo sie ihre notwendigen Pollenquellen findet. Allerdings werden die Nahrungsquellen dieser Wildbiene mittlerweile kaum mehr zu den Zeiten angebaut, wenn die benötigt werden. So braucht die Senf-Blauschillersandbiene vor allem Acker-Senf.

Wie alle Sandbienen baut Andrena agilissima ihr Nest im Erdboden. Die Tiere bevorzugen regengeschützte Plätze an Steilwänden in Sand, Löss oder Lehm. Die Art nistet in der Regel in Gemeinschaften, in denen mehrere Weibchen einen Nesteingang nutzen.

Eine wunderschöne und interessante Wildbiene, die unseren Schutz braucht.

Unser Tipp: Ackersenf im März einsäen, dann blüht er zur Hauptflugzeit dieser Art. Aber auch andere Kreuzblütler werden gerne besucht (wie auf dem Foto die Nachtviole). Wer die Möglichkeit hat an Lösslehm zu kommen, kann auch eine geeignete Nistmöglichkeiten im eigenen Garten anbieten.

Graue Sandbiene (Andrena cineraria)

Name: Graue Sandbiene (Andrena cineraria)
Fundort: Hortus lacerta agilis (Naturgarten Marbach)
Datum: 12. Mai 2019
Anzutreffen: von Mitte März (Männchen) bzw. Anfang April (Weibchen) bis Ende Mai.

Sie ernähren sich vom Nektar und Pollen einer Reihe verschiedener Pflanzen. Die Weibchen graben Erdnester, wobei in einem Nest zwei bis drei Brutzellen ca. 10 bis 25 Zentimeter tief gegraben werden. Sie nisten meist einzeln oder in lockeren Gruppen. Bei der Wahl des Nistplatzes sind die Bienen wenig anspruchsvoll. Es werden oft kleine Lücken zwischen Kräutern auf Wiesen und Brachflächen besiedelt. Die Nestöffnungen bleiben tagsüber offen, nur nachts und vor Regen werden sie verschlossen. Die Bienen tragen Pollen in jede Brutkammer ein, in die das Weibchen dann ein Ei legt. Die Verpuppung erfolgt in einem Kokon, wobei die Tiere als fertig gehäutete Bienen im Kokon überwintern und erst im Frühling schlüpfen.

Blutzikade (Cercopis vulnerata)

Name: Blutzikade (Cercopis vulnerata) 

Fundort: Marbach am Bahnhof im Gebüsch
Datum: 10. Mai 2019
Anzutreffen: Mai bis Juli

2009 zum Insekt des Jahres gekürt – die Blutzikade

Die Blutzikade ist eine gute Springerin, eine Fähigkeit, die ihr häufig das Leben rettet. Mit ihrer Warnfärbung täuscht sie Giftigkeit vor. Bei Gefahr scheidet sie aus den Fußspitzen eine übelriechende, jedoch offenbar ungiftige Flüssigkeit aus, sodass dem Räuber der Appetit vergeht.

Man findet sie in feuchten Wiesen, an Weg- und Feldrändern von Mai bis Juli. Sie ernährt sich von Pflanzensäften. Singen kann sie auch – allerdings ist das Zirpen so leise, dass Menschen es anders als bei den aus südlichen Urlaubsregionen bekannten Singzikaden nicht hören können. 

Variabler Stubbenbock (Stenocorus meridianus)

Name: Variabler Stubbenbock (Stenocorus meridianus)
Fundort: Hortus lacerta agilis (Naturgarten in Marbach)
Datum: 30. Mai 2019
Anzutreffen: Mai bis Juli

Der Variable Stubbenbock lebt in Laubwäldern, auf Waldlichtungen, an Waldrändern, auf blühenden niedrigen Sträuchern und ist dort von Mai bis Juli zu finden.
Die Larven entwickeln sich in morschen oder abgestorbenen Laubbäumen, auch in Weiden und Obstbäumen. Die tagaktiven Käfer ernähren sich von Pollen und Nektar.

Unser Tipp: Alte, morsche Bäume stehen lassen.


Zottiger Bienenkäfer (Trichodes alvearius)

Name: Zottiger Bienenkäfer (Trichodes alvearius)
Fundort: Garten für Alle – Mitmach-Garten
Datum: 1. Juni 2019
Anzutreffen: von Mai bis Juli

Von Mai bis Juli sitzen die hübschen zottigen Bienenkäfer auf Blüten, wo sie kleine Insekten erbeuten, aber auch Blütenstaub fressen. Der Bestand dieser seltenen Insektenart ist gefährdet (Rote Liste 3). Deshalb ist sie nach dem Naturschutzgesetz besonders geschützt.
Die Larven des Käfers entwickeln sich in den Nestern von Wildbienen und Grabwespen, von deren Larven und Puppen sie sich ernähren. Deshalb wird dieser Käfer auch „Bienenwolf“ genannt. Gelegentlich sieht man ihn auch in Bienenstöcken – dort richtet er allerdings keinen nennenswerten Schaden an.

Der Rückgang der Bienenkäfer dürfte in engem Zusammenhang mit dem Rückgang der Wildbienenpopulationen stehen

Unser Tipp: Wildbienen fördern!

Balkenschröter (Dorcus parallelipipedus)

Name: Balkenschröter (Dorcus parallelipipedus)
Fundort: Garten für Alle – Mitmach-Garten
Datum: 3. Juni 2019
Anzutreffen: von Mai bis August

Dieser stattliche Käfer, der auch „kleiner Hirschkäfer“ genannt wird, ernährt sich von Baumsäften – am liebsten von der Buche oder Eiche. Man trifft ihn von Mai bis in den August, vor allem auf Flächen mit viel Totholz. Von ihm ernähren sich auch seine Larven, die etwa zwei bis drei Jahre brauchen, um sich zum Käfer zu entwickeln. Kaum zu glauben, aber dieser schwerfällig aussehende Käfer kann sogar fliegen – nicht weit und nicht gern – aber er kann. Er zählt zu den besonders geschützten Arten, da Totholz leider aus den Wäldern und der Landschaft abgeräumt wird.

Unser Tipp: Totholz im Garten liegen lassen, um diesen Käfer zu fördern.

Prachtwanze (Miris striatus)

Name: Prachtwanze (Miris striatus)
Fundort: Garten für Alle – Mitmach-Garten
Datum: 10. Mai 2019
Anzutreffen: von Mai bis Juli

Der Namensgeber dieses hübschen Tieres wusste Bescheid – Wanzen sind einfach schön! Die Prachtwanze besiedelt Laubgehölze an sonnenbeschienenen Waldrändern, lockere Gebüsche, Hecken sowie freistehende Bäume. Sie ist vor allem auf Weißdorn, Schlehe, Hasel oder Birken anzutreffen. Die Wanze ernährt sich überwiegend räuberisch von tierischer Nahrung wie Insektenlarven oder Blatt- und Schildläusen. Zu Trinken gibt’s Saft, den sie sich aus jungen Trieben und Blättern anzapft. Prost!