Naschen auf dem Spaziergang – Gänseblümchen

Wenn du mit einem Fuß auf 7 Gänseblümchen gleichzeitig trittst, dann ist Frühling. So heißt ein alter Spruch. 

Gänseblümchen kann man gut naschen von appetitlichen Plätzen, und zwar die, die noch knospig sind oder erst ganz frisch geöffnet. Man sieht das am gelben Blütenboden, wenn dort die kleinen gelben Röhrenblütchen nur am äußeren Rand geöffnet sind und in der Mitte noch fest und geschlossen. 

Das Gänseblümchen war Heilpflanze des Jahres 2017, denn es hat wunderbare Wirk- und Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Vitamine A und C, Mineralien K, Ca, Mg, Fe, sowie Gerbstoffe, Schleimstoffe, Saponine, Bitterstoffe und Inulin. Deshalb war es in der Volksmedizin früher gebräuchlich gegen Hauterkrankungen, Husten und zum Anregen des Stoffwechsels. 

Geschmacklich erinnert es ein bisschen an den haarigen Feldsalat. Einfach ein paar Gänseblümchen naschen – das tut immer gut!

Ganz wichtig: Esst nur, was ihr sicher bestimmen könnt! Die Verantwortung liegt bei euch.

Naschen auf dem Spaziergang – Wiesenschaumkraut

Hell lila blüht das Wiesenschaumkraut gerade bei uns auf . Die zarte Pflanze ist oft auf (Streuobst)Wiesen zu finden. Momentan kann man die Blüten gut essen, denn jetzt sind sie noch weich und es hängen keine Schaumnestchen von Zikaden daran, von denen es den Namen hat. Sie schmecken leicht scharf und kräftig. Dazu den Stängel mit dem Finger abzwicken, sodass die Pflanze in den unteren Blattachsen weiter austreiben kann, und die Blüten am besten gleich essen. Wer sie mit nachhause nehmen möchte, kann sie gut in Salat, Quark oder Frischkäse mischen oder auf das Butterbrot streuen.

Wiesenschaumkraut ist ein Kreuzblütler, das heißt, es hat Senfölglykoside und jede Menge Vitamin C. Kreuzblütler ist die Familie, der Senf, Radies, Kresse und Rucola angehören. Immer ist es so, dass das Scharfe (Senfölglykosid) erst beim Zerkauen der Zellen frei wird (Rettich kann man abschlecken und er ist nicht scharf). Kreuzblütler-Blüten erkennt man an den vier Blütenblättern, die wie ein Kreuz angeordnet sind. Ein feines Kraut!

Ganz wichtig: Esst nur, was ihr sicher bestimmen könnt! Die Verantwortung liegt bei euch.

Naschen auf dem Spaziergang – Brombeerblätter

Gesammelt von der echten stacheligen Brombeere, die an vielen Böschungen wächst. Die Blätter sind bis Ende April zart und ohne Stacheln. Sie schmecken gleichzeitig ein bisschen nach Äpfeln, Beeren und Wald – ein unvergleichliches Aroma. Zu viele sollte man nicht essen, da die Blätter neben verschiedenen Mineralien viele Gerbstoffe enthalten. Gerbstoffe haben eine zusammenziehende antibakterielle Wirkung. Einfach der Pflanze danke sagen, Blätter so abzwicken, dass sie nicht beschädigt wird, und naschen.

Ganz wichtig: Esst nur, was ihr sicher bestimmen könnt! Die Verantwortung liegt bei euch.

Garten & Corona

Auch #wirbleibenzuhause. Das heißt, es können momentan leider keine Gemeinschaftsaktionen oder ‚Werkel‘-Zusammenkünfte im Mitmach-Garten stattfinden. Das soll aber nicht heißen, dass gar nichts passiert – sonst wächst uns ganz schnell alles zu und es gibt keine Ernte. Deshalb wollen wir euch um Mithilfe bitten. Was gibt es zu tun?

  • Gießen: Hier gibt es einen Online-Gießplan, in den man sich eintragen kann. Wir versuchen die Fässer stets gefüllt zu halten. Neben dem Gießplan gibt es am Schlauchwagen ab sofort ein Zahlenschloss, an dem man das aktuelle Gießdatum einstellen kann. Wer spontan vorbeikommt, kann so sehen, wann zuletzt gegossen wurde.
  • Holzhackschnitzel verteilen: Am Rand des Grundstücks liegt ein großer Haufen Holzhackschnitzel bereit, der aufs Verteilen wartet. Er ist vor allem für die Wege zwischen den eingefassten Beeten (obere Hälfte) gedacht. Dort drückt das Unkraut schon wieder heftig raus. Schubkarren gibt es und etwas zum Schaufeln findet ihr sicher auch.
  • Nachmulchen: Damit die Feuchtigkeit und Nährstoffe im Boden bleiben bzw. gelangen, arbeiten wir mit unseren geliebten Mulchwürsten. Das heißt, wir drehen aus dem inzwischen abgetrockneten Wiesenschnitt Würste und legen sie um die Setzlinge oder Aussaat herum. Da das Schnittgut immer ein bisschen abgebaut wird, muss man immer auch Nachmulchen, sodass möglichst wenig Erde zu sehen ist. Da der obere Haufen jetzt leer ist, einfach von den anderen nicht benutzten Beeten bedienen.
  • Schneckenkontrolle: Im Boden wimmelt es von Regenwürmern – und leider auch von hungrigen Schnecken. Schaut auf den Blattunterseiten und unter den Mulchwürsten und bringt sie weit weg.
  • Mähen: Hinter der Totholzhecke steht ein Handmäher, den man gerne benutzen darf, um sich auf dem unteren Teil des Grundstücks auszutoben. Oben bleibt die Wiese stehen.

Jeder Einzelne kann also für sich oder gemeinsam mit der Familie („Angehörige eines Haushalts“) tätig werden und sich um den Garten kümmern – natürlich nur unter Beachtung der bekannten und offiziellen Sicherheitsmaßnahmen.

Die Natur blüht auf, wir hoffen dass wir ihr bald wieder folgen können!

Power to Change – Die Energierebellion

Dokumentation über den Kampf um die Energiewende und die Kriege, die fossile Brennstoffe verursachen.

Eine Handvoll Zitate:

  • Was viele Menschen nicht verstehen: Es gibt keine Verkehrswende ohne Energiewende und es gibt keine Energiewende ohne Verkehrswende. (Martin Randelhoff, ab Minute 19:20)

  • Die deutsche Volkswirtschaft bezahlt pro Jahr ungefähr 100 Milliarden Euro nur zur Begleichung von fossilen Energien. Durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien allein haben wir schon Einsparungen in einer Größenordnung von 12 Milliarden Euro – eine Zahl, die wir in den Medien leider nie hören. (Prof. Dr. Claudia Kemfert, ab Minute 14:40)

  • Weltweite Subventionen für Erneuerbare Energien pro Jahr: 120 Milliarden US-Dollar; für fossile Energien: 5300 Milliarden US-Dollar. Damit zahlen die Regierungen mehr für klimaschädliche Energieträger als für das gesamte Gesundheitswesen. (Ab Minute 48:18)

  • Dann kommt die Frage: Ja, und wenn der Wind nicht bläst, was macht ihr dann mit eurer Heizung und mit dem Strom? Ganz einfach: Nur dann werden die Biogasanlagen eingeschaltet. Sie erzeugen dann die fehlende Wärme und den fehlenden Strom und können damit dem Ausgleich dienen. (Hans-Josef Fell, ab Minute 56:30)

  • [Zu Batteriekraftwerken] Wenn wir Kohle- und Atomkraftwerke in Deutschland ersetzen wollten, wieviele solcher Batterieanlagen bräuchte man denn? – Wenn man den Teil betrachten, den Kraftwerke leisten, um die Frequenz zu stabilisieren, dann müssten wir 100, 120 dieser Batteriespeicher in Deutschland bauen, um ca. sechs Kraftwerke abschalten zu können. [Investition Batteriespeicher: 1 Milliarde Euro einmalig vs. Betrieb sechs Kohlekraftwerke 1,4 Milliarden Euro Jahr für Jahr]. (Frank Günther und Tobias Struck, ab Minute 100:00)

Video bis zum 15.04.2021 in der ARD-Mediathek verfügbar.

Bücherbrief März

Einmal im Monat stellen wir hier die aktuellen Neuerwerbungen der Stadtbücherei Marbach vor, die sich rund um das Thema Nachhaltigkeit drehen – ob Müllvermeidung, Gartenarbeit, DIY oder soziale Themen. Wir freuen uns über zahlreiche Leserinnen und Leser.

  • Mayer, Julia: Nachhaltig kreativ – Do it yourself. Zero-Waste-Projekte für unterwegs und zuhause. – 2019 (Onleihe)
  • Preuster, Svenja: Projekt plastikfrei. Dein Zero-Waste-Neustart: Zimmer für Zimmer in 6 Wochen. – 2020 (Onleihe)
  • Steeger, Janine: Going Green. Warum man nicht perfekt sein muss, um das Klima zu schützen. – 2020 (Onleihe)
  • Wohlleben, Peter: Wohllebens Waldführer. Tiere und Pflanzen bestimmen – das Ökosystem entdecken. – 2020 (Onleihe)
  • Glaubrecht, Matthias: Das Ende der Evolution der Menschen und die Vernichtung der Arten. – 2019 (Onleihe)
  • Weinhold, Angela: Wieso? Weshalb? Warum? Wir entdecken Insekten. – 2020
  • Franzen, Jonathan: Wann hören wir auf, uns etwas vorzumachen?: Gestehen wir uns ein, dass wir die Klimakatastrophe nicht verhindern können. – 2020

Jederzeit ausleihenswert: Der Film Tomorrow, eine Dokumentation über lokale Initiativen für eine klimagerechte Zukunft und – der Energiekostenmonitor, mit dem man Stromfresser im Haushalt entlarven kann.

Hier kommt Ihr direkt zum Stadtbücherei-Katalog, um die Bücher auszuleihen.

Bücherbrief Februar

Einmal im Monat stellen wir hier die aktuellen Neuerwerbungen der Stadtbücherei Marbach vor, die sich rund um das Thema Nachhaltigkeit drehen – ob Müllvermeidung, Gartenarbeit, DIY oder soziale Themen. Wir freuen uns über zahlreiche Leserinnen und Leser.

  • Haft, Jan: Die Wiese. Lockruf in eine geheimnisvolle Welt. – 2019 (Onleihe)
  • Kögel, Elisabeth: Schluss mit Frust im Beet. So gedeiht der Selbstversorgergarten. – 2019 (Onleihe)
  • Holger, Stromberg: Essen ändert alles. Das Rezept für ein gesundes, nachhaltiges Leben. – 2020 (Onleihe)
  • Timm, Ina: Robuste Schönheiten für den Garten. Wie Sie Ihren Garten für das Klima wandeln. – 2020 (Onleihe)
  • Drage, Sigrid: Permakultur – Dein Garten. Deine Revoluation. Ein essbares Ökosystem gestalten, das ganze Jahr ernten und selbstbestimmt leben!. – 2019 (Onleihe)
  • Fedler, Jürgen: Der Pflanzenretter. Warum sogar Gänseblümchen wichtig für die Artenvielfalt sind. – 2020 (Onleihe)
  • Heym, Viktoria: Besser naturbewusst leben. Nachhaltig. Natürlich. Plastikfrei. – 2019 (Onleihe)
  • Sperl, Ina: Der Boden- das verborgene Universum zu unseren Füßen. – 2019 (Onleihe)
  • Berners-Lee, Mike: Es gibt keinen Planet B. Das Handbuch für die großen Herausforderungen unserer Zeit. – 2019
  • Selber machen statt kaufen – Küche. 137 gesündere Alternativen zu Fertigprodukten, die Geld sparen und die Umwelt schonen. 2017
  • Selber machen statt kaufen – Garten und Balkon. 111 Projekte und Ideen für den naturnahen Biogarten. 2019
  • Selber machen statt kaufen – Haut & Haar. 137 Rezepte für natürliche Pflegeprodukte, die Geld sparen und die Umwelt schonen. 2018
  • Grimm, Jutta; Rudolf, Hanna: Ratgeber Stoffwindeln. Anders wickeln – gesund fürs Kind und gut für die Umwelt. – 2019
  • Fischer, Frauke: Der Palmöl-Kompass. – 2019 (Onleihe)
  • Krautwaschl, Sandra: Verschwendungsfreie Zone. Wie meine Familie es schafft, sich vom Zuviel zu befreien. – 2020 (Onleihe)
  • Fröhlich, Susanne: Weltretten für Anfänger. Von guten Vorsätzen, miesen CO2-Bilanzen und dem Versuch, ein besserer Mensch zu werden. – 2019 (Onleihe)

Jederzeit ausleihenswert: Der Film Tomorrow, eine Dokumentation über lokale Initiativen für eine klimagerechte Zukunft und – der Energiekostenmonitor, mit dem man Stromfresser im Haushalt entlarven kann.

Hier kommt Ihr direkt zum Stadtbücherei-Katalog, um die Bücher auszuleihen.

Mitmach-Garten frühjahrsfit

Frühling, Sommer, Herbst und Frühling – mit diesem Gefühl starten wir in die neue Gartensaison. Bei bestem Frühjahrswetter haben wir dem „Mitmach-Garten“ neuen Glanz eingehaucht. Gefreut haben wir uns über neue Interessierte und viele alte Bekannte, die den „Garten für Alle“ scheinbar nicht vergessen haben. Auf ein Neues wirken wir mit Begeisterung an einem Ort, in dem jeder dazu eingeladen ist, gemeinsam Gemüse anzubauen, zu teilen, dort lebende Tiere zu schützen und zu fördern und an einem Garten zu arbeiten, in dem sich alle wohlfühlen. Wir haben Nistkästen gesäubert, sodass auch dieses Jahr wieder gerne Vögel einziehen dürfen, die sich über die Blattläuse am Gemüse hermachen. Wir haben Schilder wieder angebracht, Zäune repariert und die letzten vertrockneten Tomatenstängel von den Beeten genommen. Da wir noch etwas Zeit und Muße hatten, konnten wir sogar eine Insektennisthilfe für Wildbienen anfertigen: Unseren Staketenzaun haben wir mit jeweils einem senkrecht stehenden markhaltigen Stängel ausgestattet, dort können Wildbienen ihre Kinderstube einrichten. Wir sind begeistert, dass der Start in die neue Saison so erfolgreich war und freuen uns schon auf das nächste Mal im Garten für Alle – Mitmachgarten Marbach.

Nachhaltige Stadtführung im Stuttgarter Westen

Sieben engagierte Menschen der n*gruppe Marbach haben sich am frühen Freitagabend auf den Weg in den Stuttgarter Westen gemacht. Empfangen wurden wir an der Haltestelle Schwabstrasse von Lena vom Team der Jugendinitiative als Teil der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg. Schon während dem Spaziergang zur ersten Station kamen wir zum Thema Elektronik ins Gespräch. Wir tauschten uns dabei unter anderem über die Verbauung von seltenen Erden und die geringe Besitzdauer bei Smartphones, nachhaltige Mobilfunkanbieter und Alternativen bei Mailanbietern aus. Als erste Station erreichten wir das Projekt Teilbar e.V. Dort werden Werkzeuge, Dinge für den Haushalt, für die Freizeit und für Kinder geteilt. Die Idee, die hinter dem Projekt steckt, ist, dass wenn sich Menschen Gegenstände teilen, weniger Ressourcen verbraucht werden und man sich mit einem Pool an nützlichen Dingen selbst versorgen kann. Kurz vor unserer zweiten Station (The hungry palmtree, der für ausgewählte Labels und Hersteller, die Wert auf fair produzierte, cruelty-free Ware legen, steht) tauschten wir uns zum Thema Nachhaltigkeit und Textilien aus. Ein sehr weites Feld, dass Lena mit ökologischen und sozialen Aspekten einzugrenzen versucht hat. Da Siegel nur Anhaltspunkte geben können, hat uns Lena die App Siegelklarheit ans Herz gelegt. Bei unserer letzten Station, dem Foodsharing-Café Raupe Immersatt, haben wir das Thema Ernährung näher betrachtet und bei einem gemeinsamen Erfrischungsgetränk den Abend am Hölderlinplatz ausklingen lassen. Ganz herzlichen Dank an Lena für die nachhaltigen Einblicke in den Stuttgarter Westen.  

Text: Mathias Bastin