Sonderbares Meisensterben

Ein sonderbares Meisensterben greift um sich. Der NABU Baden-Württemberg informiert, bittet um Aufmerksamkeit und Mithilfe:

Der Kampf gegen den Klimawandel – Was kann ich tun?

Dokumentation über die (allgemein bekannten) Möglichkeiten des Einzelnen, den ökologischen Fußabdruck zu verringern. Und die Notwendigkeit des Zusammenspiels aller politischer und privater Ebenen.

Eine Handvoll Zitate:

  • Jedes Grad [Kühlschranktemperatur] spart 6% Energie. Wir stellen in der Beratung ganz häufig fest, dass die Leute erstmal gar keine Ahnung haben, wo sie überhaupt Energie verbrauchen, in welchen Mengen und was das kostet. (Julian Affeldt, Energieberater, ab Minute 5:00)

  • Drei Minuten duschen verursachen im Schnitt 310 g CO2. (ab Minute 7:05)

  • Es ist sicherlich richtig, dass man auch auf der globalen Ebene mehr tun muss, auch die Industrie – alle zusammen gemeinsam ihren Beitrag leisten. Aber wenn man sich nur im Kreis dreht und jeder mit dem Finger auf den andern zeigt und sagt „Fang du mal an“, dann passiert ja nichts. Daher ist es so wichtig, dass alle gemeinschaftlich etwas tun und je mehr es machen, desto besser. (Claudia Kemfert, Wirtschaftswissenschaftlerin, ab Minute 19:05)

  • Dabei ist die Fleisch- und Milchindustrie ein echter Klimakiller. 2016 verursachten die 20 größten Produzenten der Welt 932 Mio. Tonnen Treibhausgase – mehr als Deutschland insgesamt. (ab Minute 22:30)

  • Wollte man den globalen Temperaturanstieg auf weniger als zwei Grad beschränken, dürften pro Person jährlich nicht mehr als 2,5 Tonnen CO2 anfallen. Aktuell liegt der Schnitt bei 11,6 Tonnen pro Person. Nötig wäre eine Reduktion von rund 80%. (ab Minute 25:35)

  • Es ist extrem wichtig, dass Deutschland seiner Klimaverpflichtung nachkommt. Wir können diese Ziele 2020 auch noch erreichen mit moderaten Maßnahmen. Es fehlt einfach der politische Wille, technisch ist es möglich. (Norman Gerhardt, Fraunhofer-Institut IEE, ab Minute 27:00)

Video bis zum 10.06.2021 in der ZDF-Mediathek verfügbar.

Einfach. Jetzt. Machen! – Vortrag von Rob Hopkins

Der wunderbar humorvolle Rob Hopkins erzählt (auf gut verständlichem Englisch) davon, auf welchen Ideen die von ihm gegründete, sich weltweit verbreitende „Transition“-Bewegung beruht.

Eine Handvoll Zitate:

  • […] all the carbon we know in the world four fifth of it has to stay in the ground. And that‘s an enormous challenge. Firstly because we use quite a lot of it at the moment and secondly because our financial institutions – our banks, our pension companies – are based on the assumption that all of this ist going to get burned, what we call the carbon bubble. (ab Minute 6:00)

  • [Economic growth] I have children, I‘m a father, I have sons. If my children just grew and grew and grew and carried on growing, I would be absolutely terrified and I would think that something had gone deeply wrong with nature. Actually what we want our children to do is to get to around this kind of level and then to grow on other ways. To become kinder, to become wiser, to become more skilled. But within economy we only judge success on the fact that it is larger than last year – which is absolutley redicilous on a finite planet. (ab Minute 7:50)

  • One of the problems that we have is that – as a culture, as a zivilisation – we are fantastic in imagening our own demise. We make great films about it whether we wiped out by aliens or huge gorillas or deseases or people from space… We‘re fantastic at that, but we are not very good at telling a story about what happen when we see a problem coming and we engaged with it and we dealed with it. And those are the stories that we really really need. That‘s what transition tries to do. (ab Minute 11:25)

  • Transition ist something which takes the position of not being against things. It doesn‘t start out with a big long list of things that it is against and you have to agree with all of these things othervise you can‘t get involved. (ab Minute 22:15)

  • You never know where the tipping points are. You never know. You never know – when you started doing something – who will see it, who will be there, who will do something, you never know, whether it happens […] And we said are we allowed to do this? And they said: No idea – do it and see what happens. (ab Minute 38:15)

„Ohne Auto leben“ – Vortrag von Bernhard Knierim

In einem interessanten Vortrag zeigt Bernhard Knierim wie wichtig und richtig die Moblitätswende (weg vom Auto) für jeden Einzelnen und die Gesellschaft ist.

Eine Handvoll Zitate

  • [Zum] Aspekt Gerechtigkeit: […] Die Leute, die diesen Verkehr verursachen, sind zu einem größeren Teil die Leute mit einem größeren Wohlstand. Denn wer mehr Geld hat, wohnt gerne im Grünen, das heißt er fährt immer in die Städte rein, erzeugt eine Menge Verkehr und ist auch sonst mehr unterwegs, das sagen alle Untersuchungen dazu. Die Leute, die allerdings an den Straßen und an den Stadtautobahnen leben, das sind eher nicht die wohlhabenden Leute. Das heißt das Verursachen und das Leiden unter den Folgen von Verkehr, das ist tatsächlich sehr ungleich verteilt. (ab Minute 5:05)

  • [Zur Flächenversiegelung]: Wenn man das umrechnet auf die Einwohner heißt das, dass auf jede und jeden Deutschen 224 qm Verkehrsfläche kommen. Verglichen mit 46 qm Wohnfläche. Das heißt wir wenden also allein von der Fläche, die wir uns gönnen, viermal so viel für Verkehr auf wie für unser Wohnen. (ab Minute 6:25)


gefunden auf a2011 – Fahrradkultur in Augsburg
ähnlich im Vortrag ab Minute 21:15
  • 3V-Verkehrspolitik: 1. vermeiden, 2. verlagern, 3. verbessern (ab Minute 28:45)

  • Über diese knapp 100 Jahre, wo wir diesen wahnsinnigen technischen Fortschritt durchgemacht haben – es geht ja nicht nur ums Auto, sondern um ganz viele Verkehrsmittel – erreichen wir nicht mehr Orte mit der Mobilität, wir sparen auch keine Zeit ein […], wir verbringen nicht weniger Zeit mit unserer Mobilität, sondern alles, was wir durch den technischen Fortschritt gemacht haben ist, dass wir größere Strecken zurücklegen. (ab Minute 39:05)

Naschen auf dem Spaziergang – Knoblauchsrauke

Erneut stellen wir heute einen Kreuzblütler zum Naschen auf dem Spaziergang vor, also eine Pflanze mit vier Blütenblättern, deren Stoffe erst beim Kauen bzw. Zerstören der Zellen zur Geltung kommen. Sie heißt Knoblauchsrauke (Rauke wie Rucola), manche sagen auch Hederich. Finden kann man sie an Böschungen, Hecken- und Wegrändern und unter Bäumen. 

Sie zu bestimmen ist etwas anspruchsvoll, wie immer gilt: Nur, wenn man sicher ist, darf gegessen werden, denn: Im ersten Jahr hat sie eine Blattrosette wie auf folgendem Bild zu sehen – und die ähnelt Blättern anderer Pflanzen.

Knoblauchsrauke erkennt man daran, dass der Blattrand wellig ist, man kann sozusagen einen Faden darum legen, ohne dass Kerben oder Spitzen entstehen.  

Die Blätter können einfach mal so genascht werden, sie schmecken leicht nach Knoblauch und Kresse. Und es stecken wunderbar vielfältige Inhaltsstoffe drin: Senfölglykoside, Saponine, viel Vitamin A und C und Mineralien.

In ihrem zweiten Jahr blüht die Pflanze, weiß wie auf dem Bild hier:

Die Blätter werden spitz und die Pflanze wird bis zu etwa 60 cm hoch.

Und gerade jetzt, ab April bis Ende Mai kann man den Blütenkopf abknipsen und naschen, er ist ebenfalls sehr lecker. (Später ist das Grün dann leider nicht mehr so zart).

Ab Ende Mai kommen dann die Schoten dazu:

Sie werden ab Juli schwarz, springen sehr leicht auf, aber man kann sie auffangen. Sie sind der „deutsche Pfeffer“, denn die Samen sind kräftig und scharf.

Im Mittelalter hatte wohl jeder Garten die Knoblauchsrauke im Bestand, zum einen aufgrund der vielen Heilwirkungen durch die Inhaltsstoffe, zum andern weil es eine tolle Würzpflanze ist.

Wer gerne Kräuterflädle isst: ein paar Knoblauchsrauken klein geschnitten in den Pfannkuchenteig – wird perfekt!

Ganz wichtig: Esst nur, was ihr sicher bestimmen könnt! Die Verantwortung liegt bei euch.

Naschen auf dem Spaziergang – Gänseblümchen

Wenn du mit einem Fuß auf 7 Gänseblümchen gleichzeitig trittst, dann ist Frühling. So heißt ein alter Spruch. 

Gänseblümchen kann man gut naschen von appetitlichen Plätzen, und zwar die, die noch knospig sind oder erst ganz frisch geöffnet. Man sieht das am gelben Blütenboden, wenn dort die kleinen gelben Röhrenblütchen nur am äußeren Rand geöffnet sind und in der Mitte noch fest und geschlossen. 

Das Gänseblümchen war Heilpflanze des Jahres 2017, denn es hat wunderbare Wirk- und Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Vitamine A und C, Mineralien K, Ca, Mg, Fe, sowie Gerbstoffe, Schleimstoffe, Saponine, Bitterstoffe und Inulin. Deshalb war es in der Volksmedizin früher gebräuchlich gegen Hauterkrankungen, Husten und zum Anregen des Stoffwechsels. 

Geschmacklich erinnert es ein bisschen an den haarigen Feldsalat. Einfach ein paar Gänseblümchen naschen – das tut immer gut!

Ganz wichtig: Esst nur, was ihr sicher bestimmen könnt! Die Verantwortung liegt bei euch.

Naschen auf dem Spaziergang – Wiesenschaumkraut

Hell lila blüht das Wiesenschaumkraut gerade bei uns auf . Die zarte Pflanze ist oft auf (Streuobst)Wiesen zu finden. Momentan kann man die Blüten gut essen, denn jetzt sind sie noch weich und es hängen keine Schaumnestchen von Zikaden daran, von denen es den Namen hat. Sie schmecken leicht scharf und kräftig. Dazu den Stängel mit dem Finger abzwicken, sodass die Pflanze in den unteren Blattachsen weiter austreiben kann, und die Blüten am besten gleich essen. Wer sie mit nachhause nehmen möchte, kann sie gut in Salat, Quark oder Frischkäse mischen oder auf das Butterbrot streuen.

Wiesenschaumkraut ist ein Kreuzblütler, das heißt, es hat Senfölglykoside und jede Menge Vitamin C. Kreuzblütler ist die Familie, der Senf, Radies, Kresse und Rucola angehören. Immer ist es so, dass das Scharfe (Senfölglykosid) erst beim Zerkauen der Zellen frei wird (Rettich kann man abschlecken und er ist nicht scharf). Kreuzblütler-Blüten erkennt man an den vier Blütenblättern, die wie ein Kreuz angeordnet sind. Ein feines Kraut!

Ganz wichtig: Esst nur, was ihr sicher bestimmen könnt! Die Verantwortung liegt bei euch.

Naschen auf dem Spaziergang – Brombeerblätter

Gesammelt von der echten stacheligen Brombeere, die an vielen Böschungen wächst. Die Blätter sind bis Ende April zart und ohne Stacheln. Sie schmecken gleichzeitig ein bisschen nach Äpfeln, Beeren und Wald – ein unvergleichliches Aroma. Zu viele sollte man nicht essen, da die Blätter neben verschiedenen Mineralien viele Gerbstoffe enthalten. Gerbstoffe haben eine zusammenziehende antibakterielle Wirkung. Einfach der Pflanze danke sagen, Blätter so abzwicken, dass sie nicht beschädigt wird, und naschen.

Ganz wichtig: Esst nur, was ihr sicher bestimmen könnt! Die Verantwortung liegt bei euch.

Garten & Corona

Auch #wirbleibenzuhause. Das heißt, es können momentan leider keine Gemeinschaftsaktionen oder ‚Werkel‘-Zusammenkünfte im Mitmach-Garten stattfinden. Das soll aber nicht heißen, dass gar nichts passiert – sonst wächst uns ganz schnell alles zu und es gibt keine Ernte. Deshalb wollen wir euch um Mithilfe bitten. Was gibt es zu tun?

  • Gießen: Hier gibt es einen Online-Gießplan, in den man sich eintragen kann. Wir versuchen die Fässer stets gefüllt zu halten. Neben dem Gießplan gibt es am Schlauchwagen ab sofort ein Zahlenschloss, an dem man das aktuelle Gießdatum einstellen kann. Wer spontan vorbeikommt, kann so sehen, wann zuletzt gegossen wurde.
  • Holzhackschnitzel verteilen: Am Rand des Grundstücks liegt ein großer Haufen Holzhackschnitzel bereit, der aufs Verteilen wartet. Er ist vor allem für die Wege zwischen den eingefassten Beeten (obere Hälfte) gedacht. Dort drückt das Unkraut schon wieder heftig raus. Schubkarren gibt es und etwas zum Schaufeln findet ihr sicher auch.
  • Nachmulchen: Damit die Feuchtigkeit und Nährstoffe im Boden bleiben bzw. gelangen, arbeiten wir mit unseren geliebten Mulchwürsten. Das heißt, wir drehen aus dem inzwischen abgetrockneten Wiesenschnitt Würste und legen sie um die Setzlinge oder Aussaat herum. Da das Schnittgut immer ein bisschen abgebaut wird, muss man immer auch Nachmulchen, sodass möglichst wenig Erde zu sehen ist. Da der obere Haufen jetzt leer ist, einfach von den anderen nicht benutzten Beeten bedienen.
  • Schneckenkontrolle: Im Boden wimmelt es von Regenwürmern – und leider auch von hungrigen Schnecken. Schaut auf den Blattunterseiten und unter den Mulchwürsten und bringt sie weit weg.
  • Mähen: Hinter der Totholzhecke steht ein Handmäher, den man gerne benutzen darf, um sich auf dem unteren Teil des Grundstücks auszutoben. Oben bleibt die Wiese stehen.

Jeder Einzelne kann also für sich oder gemeinsam mit der Familie („Angehörige eines Haushalts“) tätig werden und sich um den Garten kümmern – natürlich nur unter Beachtung der bekannten und offiziellen Sicherheitsmaßnahmen.

Die Natur blüht auf, wir hoffen dass wir ihr bald wieder folgen können!

Power to Change – Die Energierebellion

Dokumentation über den Kampf um die Energiewende und die Kriege, die fossile Brennstoffe verursachen.

Eine Handvoll Zitate:

  • Was viele Menschen nicht verstehen: Es gibt keine Verkehrswende ohne Energiewende und es gibt keine Energiewende ohne Verkehrswende. (Martin Randelhoff, ab Minute 19:20)

  • Die deutsche Volkswirtschaft bezahlt pro Jahr ungefähr 100 Milliarden Euro nur zur Begleichung von fossilen Energien. Durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien allein haben wir schon Einsparungen in einer Größenordnung von 12 Milliarden Euro – eine Zahl, die wir in den Medien leider nie hören. (Prof. Dr. Claudia Kemfert, ab Minute 14:40)

  • Weltweite Subventionen für Erneuerbare Energien pro Jahr: 120 Milliarden US-Dollar; für fossile Energien: 5300 Milliarden US-Dollar. Damit zahlen die Regierungen mehr für klimaschädliche Energieträger als für das gesamte Gesundheitswesen. (Ab Minute 48:18)

  • Dann kommt die Frage: Ja, und wenn der Wind nicht bläst, was macht ihr dann mit eurer Heizung und mit dem Strom? Ganz einfach: Nur dann werden die Biogasanlagen eingeschaltet. Sie erzeugen dann die fehlende Wärme und den fehlenden Strom und können damit dem Ausgleich dienen. (Hans-Josef Fell, ab Minute 56:30)

  • [Zu Batteriekraftwerken] Wenn wir Kohle- und Atomkraftwerke in Deutschland ersetzen wollten, wieviele solcher Batterieanlagen bräuchte man denn? – Wenn man den Teil betrachten, den Kraftwerke leisten, um die Frequenz zu stabilisieren, dann müssten wir 100, 120 dieser Batteriespeicher in Deutschland bauen, um ca. sechs Kraftwerke abschalten zu können. [Investition Batteriespeicher: 1 Milliarde Euro einmalig vs. Betrieb sechs Kohlekraftwerke 1,4 Milliarden Euro Jahr für Jahr]. (Frank Günther und Tobias Struck, ab Minute 100:00)

Video bis zum 15.04.2021 in der ARD-Mediathek verfügbar.