Mehr Wohnraum für alle!

Wenn Tiere demonstrieren könnten, wäre dies sicher einer der Schriftzüge auf hochgehaltenen Pappkartons. Gerade nämlich nehmen wir, die Menschen, ihnen, den Tieren, einiges an Wohnraum weg. Damit wir selbst große Häuser haben können mit ordentlichen, versiegelten Vor“gärten“. Oder Parkplätze. Oder optimalen Gehkomfort, sodass wir nicht von einem Baum gepiekst werden.

Wir vom Mitmach-Garten haben am vergangenen Sonntag kostenlosen Wohnraum für alle geschaffen: eine Steinpyramide, unter der ein mit Grobmaterial gefülltes Loch versteckt ist, bietet Eidechsen, Käfern und anderen Freunden ein Dach überm Kopf. Im Licht wärmen sich die Natursteine auf und Schmetterlinge nehmen ein Sonnenbad. Als Strukturelement ist es eine wunderschöne und sinnvolle Erweiterung des Gartens. Für Vögel, die auf der Suche nach einem Brutort sind, haben wir drei robuste Häuschen in die alten Apfelbäume gehängt, so finden auch sie ihren Platz.

Da der Garten ja für Mensch und Tier gedacht ist, haben auch wir uns einen Unterschlupf der besonderen Art gebaut: ein Weidentipi. Die abgeschnittenen Weiden wurden tief in die Erde gesteckt und müssen nun, um anzuwachsen, kräftig gegossen werden. Kleinere Weidenruten werden nach und nach eingeflochten und schwuppsdiewupps haben wir eine weitere tolle Attraktion im Garten.

Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, wie schnell wir vorankommen, wenn alle mithelfen. Wir sehen jedes Mal wie schön es sein kann, an alle zu denken und uns und die Natur als Einheit zu behandeln.

Einen Bericht in der LKZ gibt es hier.

Der Garten ist eröffnet!

Seit Mitte Februar haben wir fast jedes Wochenende im Mitmach-Garten verbracht. Es gab einen interessanten Baumschnittkurs, die Beete wurden mit Holzdielen eingefasst und eine Wildblumenwiese entstand, die sicher bald, aber vor allem jedes Jahr wieder blühen wird. Letzten Sonntag dann haben wir alle Interessenten zu einer offenen Info-Veranstaltung eingeladen. Wir haben uns über das zahlreiche Erscheinen sehr gefreut. Ein ganz besonderer Gast war der Lions-Club Bottwartal, der uns eine Spende übergeben hat. Diese wird für eine Lernbank eingesetzt – eine Sitzgelegenheit, bei der man sich nicht nur ausruhen, sondern gleich noch etwas lernen kann. Es war ein wie immer schönes Gemeinschaftsereignis, das gezeigt hat, dass die Idee des Gartens funktioniert, wenn wir alle an einem Strang ziehen, oder sagen wir besser: alle eine Schubkarre schieben 🙂

Einen Bericht von der Marbacher Zeitung gibt es hier.

Anlegen einer Wildblumenwiese mit magerem Substrat
Bald blüht und summt es hier
Marco erklärt die Idee des Mitmach-Gartens
Juhu, das Kernteam bekommt einen Riesencheck vom Lions-Club
Marienkäfer in der Sonne

Frühlingserwachen im MiMaGa

Letztes Jahr haben wir ein Blüten-Feuerwerk im Mitmach-Garten angekündigt – und wir haben nicht zu viel versprochen: Die Krokusse recken ihre Köpchen und werden von fleißigen Bienchen aufgesucht, die froh um diese Nahrungsquelle sind.

Es ist unglaublich viel passiert. Bei schönen Arbeits- und Gemeinschaftsaktionen haben wir gelernt, wie man einen Baumerhaltungsschnitt durchführt, haben Pflanzensamen getauscht, die Beeteinfassungen aufgebaut und in die umgegrabene Fläche gesetzt. Wir haben die Wege zwischen den Beeten mit Rindenmulch angelegt und erste Flächen für den Blühstreifen freigemacht, an der wir am Samstag weiterarbeiten (siehe Veranstaltung). Wie viel Spaß das alles gemacht hat und wie toll das Ergebnis aussieht, seht ihr auf den Bildern. Wir freuen uns auf Eure Mithilfe, Termine werden im Kalender rechts bekannt gegeben.

 

 

 

 

 

 

 

 

Beetbau vom Feinsten

An einem wunderschönen, frühlingsverkündenen Tag haben Marco und Thibault ruckzuck ein paar hübsche und praktische Beeteinfassungen gebaut. Die Einfassungen zeigen den MarbacherInnen, wo gesät und gepflanzt werden kann und den Schnecken, wo sie besser nicht hineinkriechen sollten. Das Holz wurde vom Sägewerk Braun aus Aspach geliefert und von uns verschraubt bis die Akkus leer waren.

Marco hat außerdem eine große Ladung Schnittgut abgefangen, das nun – statt auf der Deponie zu verrotten – sinnvoll vor Ort verwendet werden kann. Die ersten Bienen fliegen übrigens schon – versuchen wir ihnen so viel und passende Nahrung wie möglich zu bieten.

 

 

Die Saison startet also langsam. Wir werden Termine über die facebook-Gruppe „Garten für Alle – Mitmachgarten – Marbach“ und auf dieser Seite ankündigen. Große Gemeinschaftsaktionen werden sicher auch in der Presse erwähnt. Und auch die kleine Schiefertafel direkt am Garten wird hin und wieder mit Infos bestückt.

Umgroabn is!

Ein wichtiger Schritt in Richtung fröhliche Gartenarbeit ist getan: Die Fläche, auf der nächstes Jahr Buntes und Leckeres wachsen soll, ist umgegraben. 1/3 soll von einer heimischen Wildblumenwiese bedeckt werden, danach fliegen die Bienen einfach ein Stück weiter und bestäuben unser Gemüse. So der Plan… Bis dahin müssen wir nur noch eine Runde eggen, eine Runde Beete einfassen, eine Runde Blühmischung aussäen, einen hübschen Zaun anlegen, achso, und Gemüse vorziehen, und … – auf jeden Fall gibt es viel zu tun 🙂

Gutes Saatgut

Wir wollen den Mitmach-Garten für ALLE möglichst ökologisch bewirtschaften. Das heißt auch, dass wir uns schon beim Kauf des Saatguts Gedanken machen müssen. Marco aus dem Garten-Kernteam hat ein informatives Best of Saatgutanbieter zusammengestellt.

Biologisches Saatgut ist die Grundlage für den biologischen Anbau im eigenen Garten oder im „Garten für Alle“. Aber woher bekommen wir Biosaatgut, das mehrjährig biologisch angebaut wurde? Samenfest ist, sich also auch selbst wieder vermehren lässt ?

In welchem Klimagebiet es gezüchtet oder vermehrt wurde oder ob es aus einem Gewächshaus stammt, spielt für die Bio-Anerkennung leider keine Rolle. Auch nicht, ob es sich um Hybrid-Sorten handelt. Deshalb hier eine Zusammenstellung von seriösen und empfehlenswerten Bio-Anbietern für Gemüse- und Wildpflanzen-Saatgut.

Bio-Saatgut für Gemüse

Sativa Biosaatgut

Bingenheimer Biosaatgut

Dreschflegel Biosaatgut

Bio-Saatgut für Wildpflanzen & Kräuter

Bei heimischen Wildpflanzen, die in einem naturnahen Garten auf keinen Fall fehlen dürfen, gibt es nur wenige Fachbetriebe, die auf Vermehrung und Verkauf von Wildpflanzen spezialisiert sind. Unter strengen Auflagen dürfen sie sich „Fachbetrieb für naturnahes Grün, empfohlen von Bioland“ nennen.

Das heißt zum Beispiel:

– Heimische Wildpflanzen werden in Bioqualität produziert und züchterisch nicht verändert. Sie werden unter Berücksichtigung ihrer genetischen Vielfalt vermehrt.

– die Herkunft der Samen ist nachweisbar

– umweltschonende Biostandards werden im gesamten Betrieb verlangt, z.B. Kompostierung, Bodenverbesserung, Düngung, Pflanzenbehandlungsmittel, Verpackung, Wasser und Energieverbrauch

Gärtnerei Strickler

Hof Berggarten

Staudengärtnerei Spatz

Staudengärtnerei Gaißmayer
Umfangreichstes Sortiment, allerdings auch mit nicht heimischen Wildpflanzen und wer immer beim größten Anbieter bestellt, weiß ja was passiert.

Für Einzelsaatgut oder Blühmischungen, das sogar regional abgestimmt wird,
Samen und Pflanzen gebietseigener Wildblumen und Wildgräser aus gesicherten Herkünften gibt es folgende Anbieter:

Rieger-Hofmann

Syringa-Pflanzen

Text und Bild von Marco Kraft

„Gehen Sie bitte weiter, hier gibt es nichts zu sehen…“

Das haben wir heimlich gedacht, als wir die Fläche, die demnächst umgepflügt werden soll, mit Absperrband abgesteckt haben. Bis jetzt gibt es wirklich nicht viel zu sehen, aber wenn erst einmal der steinige Boden gelockert und der entsprechende Bereich mit Gründünger versorgt ist, kann’s los gehen. Nächstes Jahr wird dann dort mit Eurer Hilfe ganz viel leckeres, gesundes und vielfältiges Bio-Gemüse wachsen.

Außerdem wollen wir die Gelegenheit nutzen und auf einem Drittel des umgebrochenen Bodens eine gebietsheimische Wildblumenwiese anlegen und so die Artenvielfalt an heimischen Wildpflanzen erhöhen. Dies ist immens wichtig für Insekten, die von genau diesen Pflanzen abhängig sind. So greifen zwei nachhaltige Nutzgärten ineinander – für Mensch und Tier.