Saisonfinale im Mitmach-Garten

Am Sonntag hatten wir zum gemeinsamen Saisonfinale eingeladen. Es war eine fantastische Aktion im herbstschönen Mitmach-Garten. Es hat uns riesig gefreut, dass einige bekannte, aber auch viele neue Gesichter der Einladung gefolgt sind. Das Wetter hat mitgespielt und aufgrund der vielen Helfer konnten wir fast alles erledigen, um den Garten in die Winterruhe zu schicken. Ein paar nötige Reparaturen mussten vorgenommen werden, die Holzhackschnitzel wurden zwischen den Beeten verteilt und eine neue Schautafel informiert ab sofort am Wegesrand über Neuigkeiten im Garten.

Die meisten Gemüsebeete sind mit dem Heu von der Wiesenfläche abgedeckt – so hält sich die Feuchtigkeit im Boden und Nährstoffe werden dort zugegeben wo wir sie nächstes Jahr wieder benötigen. Ein ganzes Beet haben wir mit Knoblauchzwiebeln bestückt, dort können wir im Sommer 2021 dann hoffentlich jede Menge leckeren Knobi ernten.Die Marbacher Zeitung war vor Ort und hat wie wir finden einen sehr schönen Artikel über unsere Aktion geschrieben. Er zeigt wunderbar, dass der Mitmach-Garten neben dem Anbau von Biogemüse und dem Beitrag zum Naturschutz ein Ort ist, an den die Menschen gerne kommen, weil sie die gute Gemeinschaft schätzen.

Vielen Dank an alle, die mitgewirkt haben und hoffenlich bis bald im Mitmach-Garten – Marbach.

Bericht: Marco Kraft

Mitmach-Garten bei „Marbach handelt“

Auch hier, im Mitmach-Garten, hat Marbach gemeinsam gehandelt und eine ehemalige artenarme Fettwiese zu einem schönen und wertvollen Ort gemacht! Danke an Alle, die Ihren Teil dazu beigetragen haben! Über die Initiative „Marbach handelt“ wird eine Vielzahl von bunten Akteuren sichtbar, die auch in Zeiten von Corona zusammenhalten. Wir haben uns beteiligt und führen Euch durch den Garten.

Neues aus dem Garten

Der Knoblauch kringelt sich vor Lachen – vielleicht weil er der Einzige ist, der dem diesjährigen Schneckenansturm nicht zum Opfer gefallen ist. Zum Glück haben wir unsere Schneckenkrägen. Zwar entwickeln die Tierchen unerwartete akrobatische Fähigkeiten und kommen ab und an trotzdem hinein; insgesamt aber wären wir ohne den Steck-Schutz viel weniger weit. Ich habe heute einen Versuch gestartet und Samen direkt in den Ring gesät. Bitte achtet also darauf und nehmt leere Ringe nur weg, wenn sicher ist, dass nichts darin wachsen soll oder wenn die Pflanze darin groß und stark genug ist. Am Kompost liegt Nachschub. Die Ringe müssen gut in der Erde stecken und man muss sie kontrollieren, da sie gerne mal wieder rauswandern. Außerdem darf nichts hineinhängen und der Mulch (Beetabdeckung) darf nicht so hoch liegen, dass er als Brücke dient. Das ist ein Problem, für das wir noch eine Lösung suchen – denn aufs Mulchen wollen wir nicht verzichten. Wer hier Vorschläge hat: immer her damit.

Was gibt’s zu tun? Unsere Tomaten werden größer und brauchen demnächst eine Rankhilfe. Da wir fast alle Tomatenstäbe schon im Einsatz haben, kann man sich entweder selbst um welche kümmern oder auf natürliche Materialien ausweichen. Am Kompost stehen z.B. noch einige Weidenruten. Dort liegen auch Spannklammern zum Fixieren. Gerne aber auch selbst mal eine Hand voll Bindedraht mitbringen und loslegen, das wäre am Tollsten.

Garten & Corona

Auch #wirbleibenzuhause. Das heißt, es können momentan leider keine Gemeinschaftsaktionen oder ‚Werkel‘-Zusammenkünfte im Mitmach-Garten stattfinden. Das soll aber nicht heißen, dass gar nichts passiert – sonst wächst uns ganz schnell alles zu und es gibt keine Ernte. Deshalb wollen wir euch um Mithilfe bitten. Was gibt es zu tun?

  • Gießen: Hier gibt es einen Online-Gießplan, in den man sich eintragen kann. Wir versuchen die Fässer stets gefüllt zu halten. Neben dem Gießplan gibt es am Schlauchwagen ab sofort ein Zahlenschloss, an dem man das aktuelle Gießdatum einstellen kann. Wer spontan vorbeikommt, kann so sehen, wann zuletzt gegossen wurde.
  • Holzhackschnitzel verteilen: Am Rand des Grundstücks liegt ein großer Haufen Holzhackschnitzel bereit, der aufs Verteilen wartet. Er ist vor allem für die Wege zwischen den eingefassten Beeten (obere Hälfte) gedacht. Dort drückt das Unkraut schon wieder heftig raus. Schubkarren gibt es und etwas zum Schaufeln findet ihr sicher auch.
  • Nachmulchen: Damit die Feuchtigkeit und Nährstoffe im Boden bleiben bzw. gelangen, arbeiten wir mit unseren geliebten Mulchwürsten. Das heißt, wir drehen aus dem inzwischen abgetrockneten Wiesenschnitt Würste und legen sie um die Setzlinge oder Aussaat herum. Da das Schnittgut immer ein bisschen abgebaut wird, muss man immer auch Nachmulchen, sodass möglichst wenig Erde zu sehen ist. Da der obere Haufen jetzt leer ist, einfach von den anderen nicht benutzten Beeten bedienen.
  • Schneckenkontrolle: Im Boden wimmelt es von Regenwürmern – und leider auch von hungrigen Schnecken. Schaut auf den Blattunterseiten und unter den Mulchwürsten und bringt sie weit weg.
  • Mähen: Hinter der Totholzhecke steht ein Handmäher, den man gerne benutzen darf, um sich auf dem unteren Teil des Grundstücks auszutoben. Oben bleibt die Wiese stehen.

Jeder Einzelne kann also für sich oder gemeinsam mit der Familie („Angehörige eines Haushalts“) tätig werden und sich um den Garten kümmern – natürlich nur unter Beachtung der bekannten und offiziellen Sicherheitsmaßnahmen.

Die Natur blüht auf, wir hoffen dass wir ihr bald wieder folgen können!

Mitmach-Garten frühjahrsfit

Frühling, Sommer, Herbst und Frühling – mit diesem Gefühl starten wir in die neue Gartensaison. Bei bestem Frühjahrswetter haben wir dem „Mitmach-Garten“ neuen Glanz eingehaucht. Gefreut haben wir uns über neue Interessierte und viele alte Bekannte, die den „Garten für Alle“ scheinbar nicht vergessen haben. Auf ein Neues wirken wir mit Begeisterung an einem Ort, in dem jeder dazu eingeladen ist, gemeinsam Gemüse anzubauen, zu teilen, dort lebende Tiere zu schützen und zu fördern und an einem Garten zu arbeiten, in dem sich alle wohlfühlen. Wir haben Nistkästen gesäubert, sodass auch dieses Jahr wieder gerne Vögel einziehen dürfen, die sich über die Blattläuse am Gemüse hermachen. Wir haben Schilder wieder angebracht, Zäune repariert und die letzten vertrockneten Tomatenstängel von den Beeten genommen. Da wir noch etwas Zeit und Muße hatten, konnten wir sogar eine Insektennisthilfe für Wildbienen anfertigen: Unseren Staketenzaun haben wir mit jeweils einem senkrecht stehenden markhaltigen Stängel ausgestattet, dort können Wildbienen ihre Kinderstube einrichten. Wir sind begeistert, dass der Start in die neue Saison so erfolgreich war und freuen uns schon auf das nächste Mal im Garten für Alle – Mitmachgarten Marbach.

Neues Jahr, neue Flyer

Die Werbetrommel für den Mitmach-Garten kann wieder gerührt werden! Das Gartenjahr 2020 starten wir mit einer komplett überarbeiteten Flyer-Ausgabe. Sehr schick, kompakt und mit allen wichtigen Informationen auf einen Blick. Den Druck haben wir bei der Umweltdruckerei machen lassen. Dort werden alle anfallenden CO2-Emissionen ausgeglichen.

Unser Gartenjahr

Wie dieses Gartenjahr anfing? An meinem Küchentisch. Mit Wein. Wir saßen gemütlich, draußen war es noch winterlich dunkel und Marco sagte: „Die Herausforderung ist, dass jetzt in kurzer Zeit ganz viel auf einmal passieren muss! Im März muss alles fertig sein, damit die Leute mitmachen können.“ Ob das klappen und ob unser Konzept „Jeder darf ernten“ aufgehen würde, wussten wir nicht, aber voller Aufregung und Erwartung erhoben wir das Glas auf den Garten – und es sollte nicht der einzige Toast des Jahres bleiben.

In der Planungsphase haben wir uns den Kopf darüber zerbrochen, wie wir die Beete wohl anlegen und einteilen sollten. Genügt eine einfache Planke zwischen den Parzellen? Oder eine hübsche Steinbegrenzung? Wir wählten eine Beeteinfassung aus Dielen, die Marco und Thibault an einem wunderschönen Frühlingstag zusammenzimmerten bis die Akkuschrauber leer waren und die an einem gemeinsamen Aktionstag Anfang März eingesetzt und mit Erde befüllt wurden. Dass diese „Hochbeete“, wie sie von Passanten gerne genannt werden, eine gute Wahl waren, zeigten uns die Rückmeldungen. Man wusste: „Jetzt geht es los“. Im unteren Teil des umgepflügten Stücks entschieden wir uns für freiere und schwungvollere Formen. Die Beete sind dort mit Steinen abgegrenzt. So ist für jeden etwas dabei.

Im Frühjahr zeigte uns Stefan Betzler, wie man Bäume schneidet. Die Apfelbäume auf dem Grundstück sind alt und nur noch halb lebendig, aber gerade deshalb für viele Tiere wertvoll. Wir sind nicht auf Ertrag aus, sondern hoffen nur, dass die Bäume noch lange stehen können. Stefan Betzler hat einen wertvollen Teil dazu beigetragen, wir danken ihm ganz herzlich.

Im März dann haben wir ein wichtiges Vorhaben umgesetzt und eine Wildblumenwiese angelegt. Mit geeinten Kräften haben wir Substrat geschaufelt und die Samen ausgebracht. Das Ergebnis konnten wir bis in den Herbst hinein bestaunen. Außerdem wissen wir, dass Dank der gemeinsamen Aktion sich nun auch einige auf dem privaten Grundstück zuhause getraut und Wildblumenecken angelegt haben. Dieser Abguck- und Lern-Effekt ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Mitmach-Gartens.

Das sieht man auch auf einem weiteren schönen Element im Garten: unserer Lernbank. Dank der Förderung des Lions-Clubs Bottwartal – natürlich in Form eines RIESEN-Schecks – konnten wir eine wunderbare Massivholzbank im Garten installieren. Sie ist mit einer Lerngrafik über Wildbienen versehen und gewährt wenn man darauf sitzt einen wunderbaren Blick über den Garten.

Zum Garten-Eröffnungstag Mitte März konnten wir einen Teil unseres Aufgeregt-Seins fallen lassen: Alles war vorbereitet, die Beete standen, die Wege waren angelegt – die Saison konnte beginnen! Und wir ließen uns nicht lange aufhalten, schon wurden die ersten Kartoffeln gesteckt, Möhrensamen ausgebracht und Spinat gepflanzt. Unsere Idee ist stets, dass nicht nur für uns, sondern auch für die Natur was rausspringt (denn letzten Endes sind wir ein Teil von ihr). Überlässt man Marco einen Garten, dann dauert es sowieso nicht lange und eh man sich versieht, steht eine Steinpyramide. Auch diese haben wir mit ganz vielen Helfern erbaut – natürlich so, dass der letzte Stein „plop“ macht. Die Pyramide macht den Garten strukturreicher. Die Devise ist: je mehr verschiedene Lebensräume, desto besser. „Wäre ich eine Eidechse, ich würde in unserer Pyramide wohnen“, Zitat Marco.

Im Mai, wenn die Pflänzchen vorgezogen und meist zahlreich übrig sind, bietet es sich an, eine Pflanzentauschbörse zu machen. Gesagt, getan! Die gemeinsame Aktion mit dem BUND Bezirksverband Marbach-Bottwartal hat für Austausch gesorgt, hat Spaß und Sinn gemacht und alle übrigen Pflanzen konnten wir im Garten unterbringen.

Inzwischen füllte sich Beet um Beet, es gab Klassenausflüge und Kindergeburtstage im Garten, es standen über Nacht Wasserkanister oder Hochbeete dort. Wir bekamen Besuch vom städtischen Ausschuss für Umwelt und Technik mitsamt viel Lob und ein bisschen Tadel, aber auch der Erlaubnis, eine Hütte zu errichten. Hohen politischen Besuch gab es auch am Nachhaltigkeitstag im Juni. Der Mitmach-Garten war auf dem Marbacher Burgplatz neben vielen verschiedenen Umweltschutz-Akteuren vertreten, Anke Theilacker bot freundlicherweise eine Wildkräuterführung an und im Anschluss gab Marco eine persönliche Gartenführung für Herrn Minister Untersteller. Diesmal kein Tadel, nur Lob.

Das erste Gartenhalbjahr war vergangen, alles spross und blühte, keimte und summte. Leider in erster Linie auf der unteren Hälfte des Grundstücks – oben herrscht wahrscheinlich seit Jahrzehnten Major Fettwiese. Mit Gras, Gras und noch mehr Gras. Es wird lange dauern, bis die Wiese abgemagert ist und sich biologische Vielfalt einstellt. Wir haben damit angefangen, die Wiese zweimal gemäht (danke an Wolfgang!) und das Schnittgut abgetragen. Die Nährstoffe können wir in unseren Beeten gut gebrauchen. Wenn mich also jemand fragt: Was war dein Highlight in diesem Jahr?, werde ich getrost antworten: Mulchwürste drehen!

Und wie war die Ernte? Wir sind mehr als zufrieden! Dafür, dass es keinerlei Kontrolle gibt und der Garten auf dem Prinzip „Geben und Nehmen“ beruht, sind wir über die Ernte erstaunt. Zwischenzeitlich dachten wir, ein Gespenst geht um, das alles mitnimmt. Aber das hat sich wieder gelegt. Außerdem wissen wir nicht, wie viele Leute täglich am Garten vorbeispazieren und sich bedienen. Wir jedenfalls haben Spinat, Rucola, Kürbisse, Bohnen, Mangold, Kartoffeln, Radieschen, Kohlrabi, Möhren, Pastinaken und Zucchini verdrückt. Und wir hoffen sehr, dass es weiterhin rücksichtsvoll und freigebig zugeht. Dass, wer anpflanzt, das Gesäte kennzeichnet und auch im Nachhinein ein Auge darauf wirft. Dass die, die den Wert unserer Lebensmittel und des Gärtnerns verstehen, stärker sind als die, die es nicht tun.

Momentan ist der Garten im Winterschlaf. Natürlich kann man auch im Winter gärtnern, aber den Garten ganzjährig in Schwung zu halten, das ist next level. Für das kommende Jahr fokussiert sich unsere Planung in erster Linie auf die Hütte, Tomaten-Überdachung und eventuell einige natürliche Zaunelemente. Ein Rückschau- und Vorblick-Treffen soll es im Januar geben, es melde sich bitte, wer daran teilnehmen möchte. Oder lasst in den Kommentaren eure Ideen und Verbesserungsvorschläge, dann nehmen wir sie mit zum Treffen.

Es sei an dieser Stelle noch einmal allen passiven und aktiven Unterstützern gedankt. Ihr ermöglicht den Garten! Ohne Rückhalt von den Marbachern kann auch das Steuerungsteam nicht aktiv sein und bleiben. Danke an das zuverlässigste Gieß-Team der Welt (Loredan & Co.), an Nathalie und Andreas für die Pflanzen-Lieferungen, an Thibault für die kurzen Abstecher in den Garten zwischen Freiburg und Berlin, an Winnie für die guten Ideen und das Organisationstalent, an Andrea für ihren unermüdlichen Einsatz bei der Stadt, an Markus und Familie, an Eugen und Familie, an Tobias, Felix, an Christiane, an Paolo und Kerstin und an Christel dafür, dass du immer Peter vorbeischickst. Sebastian ewige Dankbarkeit für das „Blaue Hochbeet“ und alles, was daraus entstanden ist. Dank natürlich auch an Ella, die alles strengstens bewacht.

Was war wohl das Schwerste in diesem Gartenjahr? Morgen für morgen von einem Radiowecker geweckt zu werden, der sagt, dass wir es nicht schaffen, weniger zu verbrauchen. Der sagt, dass der CO2-Ausstoß konstant (viel zu hoch) bleibt und dass der Mensch an seinem Verhalten festhält, einem Verhalten, das ihn sehr wahrscheinlich um das Wichtigste bringen wird, das er hat: Frieden, Wohlstand, Gesundheit, Entscheidungsfreiheit. Bei den Nachrichten über die ein ums andere Mal gescheiterten Klimaverhandlungen, Nachrichten über das fahrlässige Nichtstun der Politik in die Gummistiefel zu schlüpfen, sich eine Mütze aufzusetzen und dem allem zu trotzen. Trotzdem ein Pflänzchen in die Erde zu drücken, ein kleines, wirkungsloses Pflänzchen vielleicht. Trotzdem in die Sommerhitze hinaus. Trotzdem: Auf den Garten!

(Foto: Michael Raubold)

Von Mager- und Fettwiesen

Ein wichtiger Aspekt des Umweltschutzes ist bekanntlich die Wiesen- und Grünflächenpflege. Während einige Mitbürger noch immer munter und gefühlt wöchentlich zu den Rasenmähern greifen, wollen wir es anders und besser machen. Ziel ist, das was wächst, stehen zu lassen bis es blüht; es sich dann aussamen zu lassen und danach zu kappen, am besten mit einem Balkenmäher. Das Schnittgut muss anschließend, das ist ganz wichtig, von der Wiese weggenommen werden. Auch wenn es sich komisch anhört: Wenn der Untergrund mager ist, entsteht Artenvielfalt. Lässt man also die Mahd liegen, gibt man Nährstoffe zurück in den Boden, sodass er fetter und fetter wird. Das freut Löwenzahn, Klee und Gräser. Vielfalt sieht anders aus. Deshalb also weg mit dem Schnittgut. Wir haben es auf der oberen Hälfte der Mitmach-Garten-Fläche versucht und mal wieder festgestellt: Wenn alle mithelfen, geht es schnell und macht Spaß! Das zusammengerechte Material können wir dort gebrauchen, wo Nährstoffe nötig sind, nämlich in unseren Gemüsebeeten. Die haben wir mit einer dicken Schicht zwischen den Pflanzen belegt, sodass Feuchtigkeit gehalten wird und es Unkraut schwer hat. Ein Kreislauf, der sich sehen lassen kann.

Stimmungstoll

Schon neigt sich die erste Jahreshälfte dem Ende zu. Wahnsinn, was in kurzer Zeit entstanden ist. Wildblumen und Gemüse schießen und sprießen, wir gießen und genießen. Alles läuft gut, wir sind dankbar und zufrieden 🙂

Mehr Wohnraum für alle!

Wenn Tiere demonstrieren könnten, wäre dies sicher einer der Schriftzüge auf hochgehaltenen Pappkartons. Gerade nämlich nehmen wir, die Menschen, ihnen, den Tieren, einiges an Wohnraum weg. Damit wir selbst große Häuser haben können mit ordentlichen, versiegelten Vor“gärten“. Oder Parkplätze. Oder optimalen Gehkomfort, sodass wir nicht von einem Baum gepiekst werden.

Wir vom Mitmach-Garten haben am vergangenen Sonntag kostenlosen Wohnraum für alle geschaffen: eine Steinpyramide, unter der ein mit Grobmaterial gefülltes Loch versteckt ist, bietet Eidechsen, Käfern und anderen Freunden ein Dach überm Kopf. Im Licht wärmen sich die Natursteine auf und Schmetterlinge nehmen ein Sonnenbad. Als Strukturelement ist es eine wunderschöne und sinnvolle Erweiterung des Gartens. Für Vögel, die auf der Suche nach einem Brutort sind, haben wir drei robuste Häuschen in die alten Apfelbäume gehängt, so finden auch sie ihren Platz.

Da der Garten ja für Mensch und Tier gedacht ist, haben auch wir uns einen Unterschlupf der besonderen Art gebaut: ein Weidentipi. Die abgeschnittenen Weiden wurden tief in die Erde gesteckt und müssen nun, um anzuwachsen, kräftig gegossen werden. Kleinere Weidenruten werden nach und nach eingeflochten und schwuppsdiewupps haben wir eine weitere tolle Attraktion im Garten.

Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, wie schnell wir vorankommen, wenn alle mithelfen. Wir sehen jedes Mal wie schön es sein kann, an alle zu denken und uns und die Natur als Einheit zu behandeln.

Einen Bericht in der LKZ gibt es hier.